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19.08.2010
Garagist als CO2-Optimierer – Bindeglied zwischen|Autofahrer und Umweltmassnahmen

Die steigende Bedeutung von Umwelt-, Klima- und Energiefragen wird in den nächsten Jahren auch das Autogewerbe noch stärker beeinflussen: Die Mitarbeitenden in den Garagen müssen neben Fachwissen immer mehr Umweltexpertise anbieten können. Zudem sind sie für die Umsetzung und den Erfolg zukünftiger Umweltmassnahmen ein wichtiger Faktor. Dadurch rückt nebst der Aus- und Weiterbildung der Garagisten vor allem ihre Rolle als CO2-Optimierer in den Fokus, wie der AGVS, Autogewerbeverband der Schweiz, heute an einem Mediengespräch aufgezeigt hat.

Die Rolle des Automobils als tragende Säule der schweizerischen Alltagsmobilität hat sich in den vergangenen Jahren gefestigt. Trotzdem steht es vor einer Phase grosser Veränderungen. Zwei Megatrends zeichnen sich ab: Zum einen wächst die Gesamtmobilität der Schweizer Bevölkerung weiter an. Zum anderen gewinnen die Themen «Energieverbrauch» und «Treibhausgasemissionen» an Einfluss. Die Automobilindustrie antwortet darauf mit neuen Technologien und Fahrzeugen. Der technologische Wandel war schon in den letzten zehn Jahren sehr hoch. Im kommenden Jahrzehnt wird er sich aber nochmals beschleunigen.

Dadurch steigt das Informationsbedürfnis privater und gewerblicher Autonutzer. Die Schweizer Garagisten sind als deren erste Ansprechpartner von grosser Bedeutung, wie die Studie «Von heute nach morgen: Künftige Rollenbilder der Garagisten» des anerkannten Ingenieur- und Beratungsunternehmens Ernst Basler & Partner aufzeigt, die der AGVS in Auftrag gegeben hat.

Deshalb kommt der Aus- und Weiterbildung aller Garagen-Mitarbeitenden eine bedeutende Rolle zu. Tausende Fachkräfte müssen über die neuen technischen Lösungen und Mobilitätskonzepte sowie mögliche Anreizsysteme Bescheid wissen. Im Weiteren gewinnt die Dienstleistung, die Mobilität des Autofahrers zu gewährleisten, gegenüber dem Besitz eines Autos an Bedeutung. Privatkunden wollen sich weniger selbst um ihr Fahrzeug kümmern und nehmen vermehrt den Service des Garagisten in Anspruch.

Kompetente Beratung beim Kauf und danach
Schliesslich wird der Garagist für die Autofahrer zum CO2-Optimierer. Umweltbewusstsein, Treibstoffkosten sowie Anreizsysteme bei Steuern und Versicherern beeinflussen deren Kaufentscheid für ein ökologisches Fahrzeug, ohne dass sie auf Sicherheit, Fahrleistung und Komfort verzichten wollen. «Die Garagisten beraten ihre Kunden sowohl beim Kauf des Autos als auch danach bei dessen Nutzung kompetent», sagt Urs Wernli, Zentralpräsident des AGVS. Als Experten haben sie den Überblick über die Vor- und Nachteile der wachsenden Zahl an verbrauchsoptimierten Fahrzeugmodellen und Antriebsarten.

Nach dem Autokauf kann der Garagist auf unterschiedlichste Art und Weise helfen, CO2 und Kosten zu optimieren. Sei es mit Hinweisen auf die treibstoffsparende Fahrweise Eco-Drive oder Tipps zur Klimaanlage, zum Reifendruck, zum Einsatz von Leichtlaufreifen und -ölen oder zur Bedeutung einer regelmässigen Wartung.

Der AGVS als Branchen- und Berufsverband erarbeitet deshalb breit abgestützte Massnahmen, um seine 4‘000 Garagen-Mitglieder mit ihren 31‘000 Mitarbeitenden zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem ein Umwelt-Guide, regionale Weiterbildungsveranstaltungen und verschiedene Informationsmassnahmen.

Schlüsselfiguren für Umsetzung energieeffizienter Massnahmen
Diese neue Rolle macht die Garagisten zu Schlüsselfiguren für die erfolgreiche Umsetzung energiepolitischer Massnahmen des Staates. «Man muss sich bewusst sein: Die Schweiz wie auch die EU erreichen die gesetzten Ziele nicht. Deshalb ist die Zeit ausschliesslich freiwilliger Massnahmen vorbei», sagt Thomas Volken. Der Weg hin zu mehr Vorschriften sei vorgezeichnet, so der stellvertretende Sektionschef Energiepolitik beim Bundesamt für Energie BFE. Finanzielle Anreize beim Autokauf bilden einen Zwischenschritt beziehungsweise eine ergänzende Massnahme.

Das Bundesamt für Energie (BFE) nutzte deshalb den engen Konsumentenkontakt der Garagisten für eine Zusatzstudie zu den Themen «Bonus-System», «CO2-Reduktion» und «Umweltetikette». Im Vorfeld parlamentarischer Entscheide wollte das BFE so Inputs aus der Praxis zu Fragen der aktuellen Politik in Erfahrung bringen.

Zum allfälligen Bonussystem herrscht bei den Befragten Einigkeit darüber, dass eine schweizweit harmonisierte Lösung anzustreben ist, die über eine längere Zeitdauer aufrechterhalten werden sollte. Bezüglich CO2-Reduktion betonen sie die Unterschiede zwischen der Schweiz und der EU und weisen unter anderem auf den höheren Bedarf für Allradantrieb wegen der Schweizer Topographie hin.

Die Erweiterung der Energieetikette zur Umweltetikette bewerteten die meisten negativ. Die Aufnahme zusätzlicher Kriterien mache die angedachte Etikette zu kompliziert. Dadurch entsteht die Gefahr, bisherige Bemühungen zur Förderung energieeffizienter Fahrzeuge zu untergraben. Der AGVS wertet die Befragung der Garagisten durch das BFE positiv. «Wenn das BFE mehr Vorschriften in Aussicht stellt, gilt es aber, den Fokus auf sinnvolle und machbare Massnahmen zu legen», sagt Zentralpräsident Urs Wernli. Praxisferne Umsetzungen dienen dem gemeinsamen Ziel einer sauberen Umwelt nicht.

Bedarf an Fachleuten steigt
Der AGVS blickt aber mit Optimismus in die Zukunft. Gemäss Urs Wernli sind die Megatrends und deren Folgen eine grosse Chance für das Schweizer Autogewerbe. «Gute Garagisten sind auch in Zukunft gefragt, da der Bedarf an ausgewiesenen Fachleuten steigt. Voraussetzung dafür ist die professionelle Aus- und Weiterbildung – und genau dadurch zeichnen sich die Mitglieder des AGVS aus.»

Medieninformation (Word)

MEDIENDOKUMENTATION «MOBILITÄT UND UMWELT: DIE ROLLE DES SCHWEIZER AUTOGEWERBES»

• Studie «Von heute nach morgen: Künftige Rollenbilder des Garagisten»
Eine aktuelle AGVS-Studie zeigt drei wesentliche Stossrichtungen auf, wie das Autogewerbe auf die Megatrends «Mobilität» und «Energieeffizienz» reagieren kann.
Studie "Künftige Rollenbilder der Garagisten" (Kurzfassung)
Studie "Künftige Rollenbilder der Garagisten" (Langfassung)

• Zusatzstudie des Bundesamts für Energie (BFE): Energiepolitische Massnahmen des Staates aus Sicht der Praxis
Als erste Ansprechpartner der Automobilisten sind die Garagisten Schlüsselfiguren für die erfolgreiche Umsetzung energiepolitischer Massnahmen des Staates. Das Bundesamt für Energie nutzte deshalb die AGVS-Studie für ein Zusatzmodul. Zusatzstudie

• Das Positionspapier des AGVS zum Thema «Garage und Umwelt»
In seinem Positionspapier legt der AGVS seine Haltung zu den Themen «Umwelt», «Energie» und «individuelle motorisierte Mobilität» dar.

• Kompakt und informativ - der Umwelt-Guide des AGVS
Die 52-seitige Broschüre im Westentaschenformat erklärt die 150 wichtigsten Begriffe zu den Themen Energie, Umwelt, und Automobil.

• Wissenswertes für Automobilisten: Treibstoff sparen im Alltag
Praktische Hinweise für den umweltbewussten Autofahrer, die erst noch den Geldbeutel schonen.

• Das Auto und das Autogewerbe: ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
In der Schweiz gibt es über fünf Millionen Fahrzeuge und jeder achte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Auto ab.

• Kostenloses Bildmaterial / Bilder
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